Kirschwein selber machen

Kirschwein selber machen, geht denn das? Natürlich kann man nicht nur aus Weintrauben Wein selber machen, sondern auch aus Kirschen. Wohnst du auch in einem Haus mit Garten voller Kirschbäume? Und hast du obwohl du viele Kirschen schon gegessen, verschenkt oder in einem Kuchen verwertet noch immer viel zu viele Kirschen übrig? Dann könntest du deine restlichen Kirschen in einem Kirschwein verwerten. In diesem Artikel werde ich dir Schritt für Schritt erklären wie man einen Kirschwein selber machen kann und auch einen Rezeptvorschlag geben.

Kirschwein selber machen

Sauerkirschwein selber machen – Rezept

Mein Rezeptvorschlag hier ist lediglich ein Vorschlag und keine Garantie für einen guten Kirschwein. Gerade am Anfang arbeitet man viel nach dem Konzept „trial and error“, weswegen ihr bei den ersten Versuchen noch nicht allzuviel erwarten solltet.

Rezept für 10 Liter Sauerkirschwein zum selber machen:

  • 7 kg Sauerkirschen
  • 2-3 kg Zucker
  • 3-4 Liter Wasser
  • 15 ml Antigeliermittel
  • 5g Hefenährsalz
  • 1 Kultur Reinzuchthefe (Portwein oder Burgund)
  • 1 g Kaliumdisulfit
  • Milchsäure (oder Zitronensäure) nach Bedarf (optimaler Säuregehalt bei ca. 7-8 g/l)

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Zuletzt aktualisiert am 1. Juni 2020 um 16:26 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

Kirschwein selber machen – Die Frucht

Kirschwein selber machen süßkirschen

Grundsätzlich kann man sowohl Kirschwein aus Süßkirschen als auch Sauerkirschwein selber machen. Die Verwendung von Sauerkirschen wird jedoch empfohlen und ist auch die gängigere Art der Kirschweinherstellung. Da die Sauerkirsche im Vergleich zur Süßkirsche einen geringeren Anteil an Pektinen (pflanzliche Polysaccharide) besitzt und auch mehr Saftgehalt besitzt, ist sie für die Kirschweinherstellung bestens geeignet. Die Schattenmorelle (meist angepflanzte Sauerkirschsorte) ist dazu besonders geeignet. Will man trotzdem Süßkirschen verwenden so muss man nach Bedarf Milchsäure hinzugeben, um den Säuregehalt zu erhöhen. Ansonsten erhält der Wein einen faden und kraftlosen Geschmack.

Die Herstellung von Kirschwein kann dabei auf zwei verschiedene Arten erfolgen. Entweder durch eine Maischgärung oder durch eine Saftgärung.

Kirschwein selber machen – Maischgärung

Bei der Maischgärung werden die Früchte zerkleinert und zerquetscht und in einem Gärballon mit Wasser und Zucker aufgefüllt. Bitte verwenden sie dazu nur reife und nicht angefaulte Kirschen, um die Qualität des Weines nicht zu gefährden.  Das Wasser ist dabei notwendig um eine ausreichend flüssige Konsistenz der Maische zu garantieren und der Zucker dient dem Anreichern des Weines. Achten sie darauf, dass alle Kirschen vor der Gärung entkernt werden! Der Kirschkern enthält nämlich Blausäure, welche während der Gärung freigesetzt werden kann. Auch wenn es sich hier nur um winzige und ungefährliche Mengen Blausäure handelt, würde ich trotzdem darauf verzichten und die Kirschen lieber entkernen. Ebenfalls sollten sich keine Kirschstiele in der Maische befinden. Der Maische werden nun noch Hefenährsalz und eine Reinzuchthefe hinzugefügt. Bei der Reinzuchthefe verwendet man am Besten die Sorten „Burgund“ oder „Portwein“. Fügen sie der Maische auch noch ein Antigeliermittel hinzu, welches dazu beiträgt, dass der Fruchtsaft flüssig bleibt.

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Wenn sie Kirschwein selber machen aus Süßkirschen so achten sie schon vor dem Prozess der alkoholischen Gärung darauf, dass die Maische den richtigen Säuregehalt aufweist. Messen kann man den Säuregehalt mit einem Acidometer. Fügen sie je nach Bedarf noch etwas Milchsäure (alternativ Zitronensäure) hinzu. Die Maische wird nun für 6-9 Tage gegärt, die ideale Lagertemperatur liegt bei um die 20°. Die durch den Co² Gehalt täglich nach oben wanderden Kirschen sollen nach unten gedrückt werden. Nach der Lagerung wird die Maische nun mit einem Handpressbeutel abgepresst.

Der abgepresste Kirschwein soll nun noch ca. 2 Wochen an einen kühlen Ort gelagert werden. Danach erfolgt der Weinabstich wo der nun geklärte Kirschwein vom Trub entfernt werden kann. Vor der Abfüllung in Flaschen sollte der Kirschwein noch mit Kaliumdisulfit geschwefelt (um die Haltbarkeit zu erhöhen) und je nach gewünschtem Geschmack der Restzuckergehalt eingestellt werden.

Kirschwein selber herstellen – Saftgärung

Sowohl beim Süß- als auch beim Sauerkirschwein selber machen werden in der Regel Maischegärungen durchgeführt. Durch die Entsaftung gehen viele natürliche Aromen verloren. Auch können sich die Gerbstoffe nicht aus den Früchten lösen. Um die Kirschen zu entsaften gibt es verschiedene Möglichkeiten. Man kann die Kirschen bei Hand durch ein Sieb pressen und den gewonnenen Saft verarbeiten. Auch kann man zum Entsaften einen Dampfentsafter (Vorteil: Man muss die Kirschen nicht entkernen) verwenden.

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Man kann die Kirschen aber auch durch eine Saftpresse entsaften. (Kirschen vorher entkernen). Der restliche Herstellungsprozess läuft jetzt gleich ab wie bei der Maischegärung.

Ich hoffe euer Kirschwein schmeckt auch! Prost!

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