Geschichte des Apfelweines

Geschichte Apfelwein

Gerade in Deutschland ist der Apfelwein ein sehr beliebtes GetrĂ€nk. In Frankfurt kennt man ihn unter anderem unter dem Namen „Äppelwoi“, im Saarland unter den Namen „Viez“, in SĂŒddeutschland und im österreichischen Raum wird er als Most bezeichnet. Die saarlĂ€ndische Bezeichnung „Viez“ soll dem lateinischen „Vice“ abgeleitet sein, was darauf hinweißt, dass die Römer den Traubenwein vorzogen und den Apfelwein als „Vice“ (also als Zweiten, nachrangigen Wein) deklarierten. Doch wie kam es, dass der Apfelwein in Deutschland (und vor allem in Frankfurt) ein heute so weit verbreitetes und beliebtes GetrĂ€nk ist?

Apfelwein selber herstellen
Eva K. on Commons / Eva K. on German WikipediaApfelwein Geripptes BembelCC BY-SA 2.5, Frankfurter “Äppelwoi” im “Gerippten”

Schon in der Antike begannen die Griechen und die Römer damit ihren Apfelwein selber zu machen. FrĂŒheste Aufzeichnungen finden sich schon beim griechischen Historiker Herodot, welcher ĂŒber die Apfelweinproduktionen eines kleinasiatischen Volkes nĂ€he Sidra berichtete. Die WortherkĂŒnfte des französischen „Cidre“ und des englischen „Cider“, lassen sich wohl auf diese antiken Aufzeichnungen zurĂŒckfĂŒhren. Der römische Gelehrte „Gaius Plinius Secundus Maior“ konnte schon in der Zeit vor Christi Geburt im heutigen Trier (Augusta Treverorum) feststellen, dass man Wein aus Birnen und allen verschiedenen Äpfelsorten machen kann. („Vinum fit e piris malorumque omnibus generibus“). Vermutet wird das keltische Völker fĂŒr die weitere Ausbreitung sorgten, da sich die geographische Ausbreitung des Apfelweines hauptsĂ€chlich auf keltischem Gebiet abspielte. Es ist auch belegt, dass schon die Germanen vor der Eroberung durch die Römer (ca. 100 v. Chr.) Apfelwein selber machen konnten. Bei den Germanen und Kelten nannte man den Apfelwein „Ephiltranc“, was sich aus den althochdeutschen Wörtern „ephil“=kleiner Apfel und „tranc“=Trank herleiten lĂ€sst. Mit den Römern kam es dann zu einer vermehrten Produktion von anderen Obstweinen, wodurch die Herstellung des Apfelweines vermindert wurde. Bei den Römern hieß der Apfelwein „vinum ex malis factum“. Man kann davon ausgehen, dass Apfelweinproduktion dort stattfand wo es viele ApfelbĂ€ume gab. Durch die Römer aber erst kam es zu einem gezielteren Anbau von ObstbĂ€umen und damit auch zu einer vermehrten Obstweinherstellung. So ist anzunehmen, dass sich durch die römische Eroberung der Apfelwein ĂŒber Spanien, Frankreich, Großbritannien und auch Deutschland ausbreiten konnte.

Erste Quellen ĂŒber die Geschichte des Apfelweines in Zentraleuropa findet man in mehreren Dokumenten des Frankenkönigs Karl dem Großen. In der LandgĂŒterverordnung („capitular de villis vel curtis“) steht geschrieben, dass jeder „Amtmann“ in seinem Bezirk „Brauer-Leute“ haben soll, welche Bier, Birnen und Apfelmost zubereiten können. Ebenfalls in diese Zeit fĂ€llt auch die erste urkundliche ErwĂ€hnung von Frankfurt, in einer Urkunde von Karl dem Großen. (794 n.Chr.). Ein Schreiben fĂŒr das Kloster St.Emmeram, ausgestellt am Flusse Maine in einer Stadt namens „Franconofurd“.

Geschichte des Apfelweines
DubardoApfelwein Alt SachsenhausenCC BY-SA 3.0, Apfelweinstube Sachsenhausen

Weitere Aufzeichnungen, welche den Apfelwein mit Frankfurt verbinden könnten und Hinweise darauf geben warum der „Äppelwoi“ heute Frankfurts NationalgetrĂ€nk ist, gibt es dann erst wieder Anfang des 16 Jahrhunderts. In Frankfurt wurde der Apfelwein zu dieser Zeit immer populĂ€rer, weil es in der Region immer wieder zu Weinmissernten kam und der Traubenwein somit immer teurer wurde. Im Zeitraum zwischen 16 und 17 Jahrhundert kann man deswegen in den Chroniken immer öfter von einer ausgefallenen Weinernte lesen. So wurde der Apfelwein, welcher eigentlich vor allem in der Ă€rmeren Gesellschaftsschicht verbreitet war, von einer immer breiteren Masse konsumiert und somit zum VolksgetrĂ€nk der Frankfurter. Aufgrund der steigenden Beliebtheit wurde im Jahre 1638 eine Reinhaltungsbestimmung per Rat verordnet. An diese Reinhaltungsbestimmung mĂŒssen sich die Frankfurter Apfelweinkelterer noch heute halten. Es wurden auch immer hĂ€rtere Strafen fĂŒr das Punschen des Apfelweines verhĂ€ngt. Wer dem Apfelwein Rosinen oder ZuckerrĂŒben hinzufĂŒgte, wurde ausgepeitscht. Punschen des Apfelweines mit Mineralien und Silberglatt wurde sogar mit dem Tod durch ErhĂ€ngen bestraft. Im Jahre 1754 wurde die erste Schankerlaubnis erteilt. Damit war der Apfelweinausschank erstmals steuerpflichtig, die Stadt Frankfurt erkannte darin eine gute Einnahmequelle. Der Apfelwein ist heute Frankfurts NationalgetrĂ€nk, rund 70% des Apfelweines werden im Bundesland Hessen getrunken und ca. 40 Millionen Liter werden in Hessen gekeltert.

Na dann Prost!