Türkischer Wein – Rebsorten und Anbaugebiete

Türkische Weine

Türkischer Wein wird immer populärer. Noch haben türkische Weine nicht den Bekanntheitsgrad französischer oder spanischer Weine, das ist jedoch nur mehr eine Frage der Zeit. Mit 565.000 Hektar ist die Weinfläche in der Türkei mittlerweile die viert größte in Europa. Größere Rebenflächen gibt es nur mehr in Italien, Spanien und Frankreich. Von der Ernte werden allerdings nur gut 5% zu Wein verarbeitet, der Rest wird als Tafeltrauben zu Rosinen, Säften oder anderem verwertet.

Die Türkei als Weinland ist bis jetzt also nur etwas für Kenner. Da der inländische Markt aufgrund des hohen muslimischen Bevölkerungsanteiles nicht ausreicht, wird immer mehr exportiert. In der Türkei gibt es großartige autochthone Weinsorten, die seit der Antike einheimisch sind und nirgendswo sonst am Erdball angebaut werden. Türkische Weine glänzen heute mit einzigartigen Aromen und Lokalität und bekommen zahlreiche internationale Auszeichnungen.

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Türkischer Wein – eine ereignisreiche Geschichte

Traut man der biblischen Überlieferung, so war der erste türkische Weinbauer der biblische Noah. Nachdem die Sintflut endete, strandete Noah mit seiner Arche am Fuße des Berges Ararat. Dort pflanzte er den ersten Wein auf türkischen Boden und erlernte den Beruf des Weinbauers.

Weinanbau hat in der Türkei schon seit der Antike Tradition. Funde von Darstellungen zur Weinproduktion fand man schon im 5ten Jahrtausend v.Chr. Die Hethiter stellten schon 2000 v.Chr. Rotwein aus der heute noch sehr bekannten Rebsorte Kalecik Karasi her. Sehr bekannt waren damals anatolische Weine, die in der Antike zu hohen Preisen gehandelt wurden.

Mit dem Einzug des Islams verlor der Weinbau in der Türkei an Bedeutung. Wein wurde nur mehr von christlichen Minderheiten (Armeniern, Griechen), welche im Land lebten, hergestellt. Mit der Eroberung Konstantinopels geriet die Weinproduktion endgültig für die nächsten 400 Jahre in Vergessenheit. Gefördert wurde sie dann erst wieder Anfang des 20 Jahrhunderts, als die Türkei unter Mustafa Kemal Atatürk zu einem säkulären Staat wurde. Der weinliebende Staatschef ließ den Weinanbau in den antiken Weinregionen wieder aufleben. Nach einer überstandenen Reblausplage in den 60igern steigt die Weinproduktion in der Türkei seit 1980 qualitativ und quantitativ wieder an. Aufgrund eines schwachen Inlandsmarktes (Muslime trinken keinen Alkohol), wird immer mehr Augenmerk auf den Export gerichtet.

Türkischer Wein – Weinanbaugebiete + Rebsorten

Wein wird in der ganzen Türkei angebaut. Hauptanbaugebiete ist die Ägäis – Region und ihre Küste. Knapp 2/3 der Weine werden dort produziert. Die größten Anbaugebiete sind:

  • Marmara und Ostthrakien: Gut 40 % der Weine entstehen in dieser Region.

Rebsorten dieser Region: Yapıncak, Beylerce, Karaseker, Gamay, Misket,  Cinsault, Semillon, Papazkarası, Adakarası, Clairette Blanche, Pinot Noir und Riesling.

  • Ägäische Küste: Um die Regionen Izmir, Manisa und Denizli werden ca. 20% der türkischen Weine produziert.

Rebsorten dieser Region:  Grenache, Merlot, Calkarası, Carignan und Cabernet Sauvignon 

  • Zentralanatolien: In den Weingebieten rund um Ankara herrschen im Sommer heiße Temperaturen. In dieser Region werden viele autochthone Rebsorten angebaut.

Rebsorten dieser Region:   Kalecik Karası, Hasandede, Emir, Dimrit, Bogazkere, Öküzgözü, Narince und Papazkarası

  • Schwarzmeergebiet: In den kleineren Anbaugebieten Tokat, Kastamonu und Samsun werden hauptsächlich ursprüngliche Rebsorten angebaut.

Rebsorten dieser Region:  Narince, Dimrit, Sergikarası

  • Ostanatolien: Nur rund 4% des türkischen Weines wird in Ostanatolien in den Regionen Mardin, Diyarbakır, Gaziantep und Şanlıurfa betrieben. 

Rebsorten dieser Region:  Boğazkere, Kalecik Karası, Öküzgözü, Horozkarası, Dokulgen Kabarcık und Narince

Türkische Weine- bekannteste Kellereien

Neben ein paar größeren Weingütern gibt es heute an die 100 kleine Kellereien, die ganz hervorragende individuelle Weine produzieren. Die wohl bekanntesten drei großen Kellereien stelle ich euch etwas genauer vor:

  • Kavaklıdere: Das wohl bekannteste und auch größte türkische Weingut. Gegründet wurde es 1929 von Mehmet Cenap And in Ankara. Das Weingut setzt hauptsächlich auf ursprünglich anatolische Weinreben wie Bogazkere und Öküzgözü. Die Kellerei wurde mittlerweile schon an die 500-mal mit nationalen und internationalen Preisen ausgestattet. Pro Jahr werden 17 Millionen Flaschen produziert.
Weinatolien
  • Doluca: Das zweitgrößte türkische Weingut entstand ebenfalls zur Zeit Atatürks. Vier Jahre vor Kavaklıdere gründet Nihat Kutman in Mürefte am nördlichen Ufer des Marmarameeres die Doluca Kellerei. Paradox: Der muslimische Winzer stellte Wein her, den er aufgrund seiner Religion nicht einmal kosten durfte. Heute produziert die Privatkellerei 13 Millionen Flaschen jährlich.
  • Pamukkale: Namensgebend für dieses Weingut aus Güney ist die türkische Baumwolle („Pamuk“). Die jährliche Produktion dieses Weingutes beträgt 2.5 Millionen Flaschen.

Türkischer Weißwein – bekannte Rebsorten

Narince

Narince ist eine autochthone Rebsorte, welche seit jeher im öst – nördlichen Zentralanatolien rund um die Stadt Tokat gedeiht. Kleinere Anbaugebiete gibt es auch im südlichen Zentralanatolien (Nevsehir, Kappadokien).

Narince Weine sind von gelb-grünlicher Farbe, im Geschmack trocken, besitzen einen hohen Säuregehalt und ein feines Fruchtaroma.

Emir

Eine ursprüngliche Rebsorte aus Zentralanatolien (Nevsehir, Kappadokien).

Weine aus der Rebsorte Emir sind gelb, schmecken erfrischend und vital. Sie sind säurereich und haben einen leichten Körper. Sie werden nicht in Holz gereift und sollten innerhalb von 2 Jahren getrunken werden.

Türkischer Rotwein – bekannte Rebsorten

Kalecik Karası

Die Hauptanbauregion liegt um Ankara (Provinz Kalecik) im nördlichen Zentralanatolien. Die Rebsorte wird aber auch in der Ägäis und in der Marmara Region angebaut. Der Name bedeutet soviel wie „Die Schwarze aus Kalecik“.

Die Weine haben eine erfrischende Säure und besitzen wenig Tannine. Aufgrund eines Flusses, der durch Kalecik fließt, existiert um Kalecik ein Mikroklima mit milderen Wintern, was für den Weinanbau gut ist. 

Boğazkere

Auch diese autochthone Rebsorte kommt aus Anatolien. Genauer gesagt aus Südostanatolien, aus der Anbauregion Diyarbakir.

Der Name Boğazkere bedeutet ins Deutsche übersetzt „Rachenkratzer“. Den Namen bekam er aufgrund seiner kräftigen Tannine und seines mundtrockenen Charakters. Der dunkle Wein hat ein kräftiges Aroma und ist körperreich.

 Öküzgözü

Angebaut wird die Rebsorte in Zentralanatolien in mehreren Gebieten. Hauptanbaugebiet sind die Städte Elâzığ und Malatya im zentralen Ostanatolien.

Namensgebend für die Rebsorte sind ihre großen und dunklen Beeren, die eine Ähnlichkeit mit Ochsenaugen haben. Der Wein schmeckt fruchtig und rund, besitzt durchschnittlich viele Tannine und ist eher säurereich.

Ich hoffe mein Artikel über türkische Weine hat euch gefallen. Ein breite Auswahl an türkischen Weinen bekommt ihr übrigens im Weinatolien Weinshop.