Biodynamischer Weinbau – Nachhaltigkeit in der Weinwirtschaft

Biodynamischer Weinbau
Peter
Peter
Hallo liebe Leser, dass hier auf dem Bild bin ich vor einer meiner geliebten Weinreben. Als Weinliebhaber schreibe ich auf meiner Website Artikel rund um das Thema Wein. Insbesondere könnt ihr hier lernen, wie man Wein selber machen kann. Jetzt aber viel Spaß beim Lesen,
euer Peter

Wer Wein selber anbauen will, der ist vielleicht schon einmal auf den Begriff des biodynamischen Weinbaues gestoßen. Biodynamischer Weinbau ist eine nachhaltige Form der Weinwirtschaft, die im Einklang und Zusammenhang mit der Natur steht. Diese ganzheitliche Art der Weinbewirtschaftung geht auf die Lehren von Rudolf Steiner zurück. Zu unterscheiden ist der biodynamische Ansatz vom biologischen Weinanbau, der ebenfalls auf chemische Zusatzmittel verzichtet.

Biodynamischer Weinbau – Geschichte

Entwickelt wurde das Konzept vom österreichischen Publizisten und Esoteriker Rudolf Steiner. Dieser begründete die Anthroposophie, eine spirituell, esoterische Lehre, deren Erkenntnisse aus einer physisch nicht sichtbaren, geistigen Welt gewonnen werden. Darauf aufbauend entwickelte Steiner dann Lehren in unterschiedlichen Fachgebieten, die das gesellschaftliche Leben betreffen. Neben dem Konzept der biodynamischen Landwirtschaft ist er auch noch als Gründer der Waldorfpädagogik bekannt.

Was genau ist biodynamischer Weinbau?

Beim biodynamischen Weinbau handelt es sich um ein ökologisches und esoterisches Konzept, dass den Prozess des Weinanbaues und der Weinherstellung als einen ganzheitlichen Kreislauf betrachtet, in den ein natürliches Gleichgewicht herrscht. Diese Symbiose wird durch mineralische, pflanzliche und tierische Präparate unterstützt und hergestellt. Der Kreislauf soll möglichst wenig Einfluss von außer erhalten. Chemische Dünge- und Pflanzenschutzmittel sind nicht erlaubt. Ihr Einsatz wird als Hauptgrund für ein gestörtes Gleichgewicht und einer daraus resultierenden kranken Weinrebe gesehen.

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Dadurch das keine Pestizide und Herbizide eingesetzt werden, muss der Winzer mehr Zeit für die Pflege in den Weinbergen verbringen. Die Pflanze wird dadurch robuster und weniger krankheitsanfällig. Je gesünder der Rebstock ist, desto weniger Arbeit hat der Winzer dann im Keller. Die Mehrarbeit des Winzers (bis zu 30%) macht sich aber auch im Preis bemerkbar. Biodynamische Weine sind im Schnitt etwas teurer als herkömmlich hergestellte Weine.

Biodynamische Weine

Eine zentrale Rolle wird dem Boden zugeschrieben. Diesem werden durch die Weinrebe Nährstoffe entzogen, welche ihm wieder hinzugefügt werden müssen, um den natürlichen Kreislauf aufrecht zu erhalten. Eingesetzt werden natürliche Düngemittel (Kompost) und Spritzmittel. Dazu aber gleich mehr.

Eine ebenfalls große Bedeutung wird dem Mond zugeschrieben. Ein biodynamischer Winzer achtet stets darauf, mit dem Kosmos in Einklang zu arbeiten. So werden Reben bei abnehmenden Mond geschnitten und kultiviert, bei Neumond Qualitätsprozesse durchgeführt und bei Vollmond Wachstumsprozesse durch Präparate stimuliert. Die Arbeiten im Weinberg erfolgen stets in Abstimmung mit den Mondphasen.

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Biodynamischer Wein – Die Präparate

Wie schon oben erwähnt, werden in der biodynamischen Landwirtschaft Kompost- und Spritzpräparate eingesetzt.

Spritzpräparate

Um die Spritzpräparate herzustellen, werden im Frühjahr Kuhhörner gefüllt mit Kiesel oder Kuhmist in den Boden vergraben. Dort verbleiben sie jetzt bis Herbst (Präparat Hornkiesel) oder sogar bis nächstes Frühjahr (Präparat Hornmist). Die Hörner sollen dabei die Energien (Licht, Wärme, Lebenskraft) des Bodens in sich aufnehmen. Nach dem Ausgraben hat sich die Füllung der Hörner in eine humusähnliche Substanz verwandelt. Diese wird nun mit Wasser dynamisch vermischt und in homöopathischen Dosen über den Weinberg gesprüht. Die Präparate sollen die Rebe stärken und eine belebende Wirkung für den ganzen Weinberg haben.

-) Präparat P 500 Hornmist

Wird im Frühjahr versprüht und soll die Bodenaktivität anregen. Der Boden wird gestärkt, aufgelockert und verbindet sich mit der Pflanze.

-) Präparat P 501 Hornkiesel

Wird im späten Frühling oder Sommer auf den Weinberg versprüht. Es fördert den Stoffwechsel und die Widerstandskraft der Pflanzen.

Kompostpräparate

Organische Materialien (Mist, Pflanzenreste) werden mit verschiedenen Heilpflanzen vermischt. Das Gemisch wird dann als Dünger verwendet, welcher die Pflanzen stärken soll.

-) Präparat P 502 Scharfgarbe

reguliert den Kalium Stoffwechsel

-) Präparat P 503 Kamille

reguliert Calcium Stoffwechsel

-) Präparat P 504 Brennnessel

zuständig für den Eisenhaushalt und Stickstoffprozesse

-) Präparat P 505 Eichenrinde

hilft als Insektizid und beugt gegen Pflanzenkrankheiten vor

-) Präparat P 506 Löwenzahn

reguliert Kalium- und Kieselsäureprozesse

-) Präparat P 507 Baldrian

fordert Phosphorprozesse und reguliert Wärmeprozesse

Biodynamischer Weinbau – Fakten

Als Qualitätsmerkmal für biodynamischen Wein gilt das Demeter Logo. In Deutschland sind aktuell 60 Weingüter damit ausgezeichnet. International sind es über 600 Weingüter, die biodynamischen Wein produzieren. Insgesamt gibt es noch viele mehr, doch nicht alle sind mit dem Demeter Siegel geprüft. Mittlerweile gibt es sogar eine eigene Weinmesse für biodynamische Weine. Die 501 Bio -Dyn findet jährlich in München statt und erfreut sich von Jahr zu Jahr größerer Beliebtheit. Biodynamische Weine werden immer hochwertiger und können bei Blindverkostungen immer besser abschneiden.

Das war jetzt eine kurze Einführung in den biodynamischen Weinbau. Wer mehr darüber wissen möchte, oder vielleicht sogar selbst biodynamischen Wein anbauen möchte, den kann ich die Weinsession von Sebastian Angerer ans Herz legen. Hier erfährst du die Grundlagen biodynamischer Weinwirtschaft.